23. Januar 2012
Bayern Dossier: Dichtung und Wahrheit
Die Medien berichten über ein anonymes und mit Insiderinformationen gespicktes Dossier, um Kritiker von Klaus Ernst und der bayerischen Landesspitze mundtot zu machen. Uns erscheint das mysteriöse Dossier eher der Versuch DIE LINKE zu spalten und den anstehenden Wahlkämpfen zu schaden. Zunächst gilt unbeschadet von politischen Konflikten und der tatsächlichen Urheberschaft das Prinzip der Solidarität mit den im Dossier diskriminierten Personen. Wir haben jedoch erhebliche Zweifel an der behaupteten Urheberschaft im Umfeld von Klaus Ernst:
Erstens, ist es wenig wahrscheinlich, dass jemand mit derart perfiden Absichten darüber ausführlich schriftlich in einem Dossier berichten würde, dass angeblich seit Herbst 2011 in der Partei kursiert aber seltsamerweise erst jetzt auf der Zielgeraden des Juni-Parteitages und im Vorfeld der Saarland-Wahl in der Partei und in den Medien aufschlägt. Zweitens, wissen wir mit Sicherheit, dass Klaus Ernst das Dossier selbst unmittelbar nach den Medienberichten nicht kannte. Drittens, profitiert von der Existenz des mysteriösen Dossiers nicht Klaus Ernst sondern seine Kritiker - auch wenn die ganze Partei Schaden nimmt. Viertens, ist es bezeichnen, dass das Dossier in voller Länge zuerst vom Blog Potemkin veröffentlicht wurde, der sich durch aggressive Berichterstattung gegen Klaus Ernst einen Namen machte. Bodo Ramelow geht sogar so weit: »Entweder entstammt das Geschreibsel einem armen und wohl auch kranken Hirn, oder es ist eine Auftragsarbeit aus staatlicher Feder« (via Facebook). Wir meinen wer auch immer der Urheber ist: Potemkin sollte schleunigst offen legen woher sie das Dossier bezogen haben, um die Urheberschaft zurückverfolgen zu können.

Update

Inzwischen fragt sich das Onlinemagazin Potemkin, dass das seltsame "Bayern-Dossier" veröffentlicht hat, woher die SL wisse, dass das Papier seit Herbst 2011 in der Partei kusiere. Wir stellen dazu fest: Wir wissen es nicht sondern haben lediglich die Berichterstattung der Süddeutschen Zeitung vom 21.01.2012 aufgegriffen. Im Gegenteil haben wir im Beitrag oben offen in Frage gestellt, dass dem überhaupt so ist. Vielmehr klinkt es wenig überzeugend, dass dieses Papier ohne Kenntnisnahme der Medien in der Partei monatelang bekannt gewesen sein soll.

Sehr viel interessanter ist doch die Frage, warum es 1.) grade jetzt veröffentlicht wird und 2.) woher "Potemkin" dieses Papier hat. Die Urheberschaft ist nach wie vor völlig unklar und stellt sich auch im Lichte der Geheimdienstaffäre um DIE LINKE und dem offensichtlichen Wirken von Spitzeln des Verfassungsschutzes nochmal neu.

 

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