20. Juli 2015
SL Köln: Nachruf auf Dieter Koberg
* 19.10.1942, † 19.07.2015

In großer Trauer geben wir bekannt, dass unser Genosse und Freund Dieter Koberg gestern im Alter von 72 Jahren in Köln verstorben ist.

Dieter hatte formidablen Humor, war ungeheuer freundlich, gelassen und hilfsbereit. Wer ihn erlebte, wusste: Dieter war ein feiner, loyaler und integrer Mensch. Von Beruf Mathematiker, widmete er sich im Privaten gerne den Naturwissenschaften, der Technikentwicklung und der Historie. Mit ihm kontrovers über die Geschichte Europas oder die der Arbeiterbewegung mitsamt ihren Erfolgen und Niederlagen zu diskutieren war intensiv und immer fruchtbar. Schwerpunkte seiner politischen Arbeit waren zuletzt die Umwelt- und die Lokalpolitik im Ortsverbandd Innenstadt/Rodenkirchen.

Seine Positionen und Überzeugungen brachte er mit Bedacht, aber entschlossen ein. Große Worte ohne Folgen waren nicht sein Ding: Wort, Sinn, Kraft und Tat gehörten für ihn beieinander. Dieter war ein unermüdlicher Wahlkämpfer und einer der wenigen, die auch mit Ende 60 noch Plakate hängten. Er war es, der den Überblick über alle unsere Plakatstellen behielt und die kürzeste Route fürs Hängen und Kontrollieren mathematisch optimierte.

Und da waren die Mühen der Ebene. Ob im Büroteam oder im Vorstand des OV Innenstadt/Rodenkirchen, ob als Leiter des AK Umwelt oder als Mitglied im Kreisvorstand: Bei der alltäglichen Arbeit war Dieter immer mit Einsatz dabei, mit Kopf und mit Hand. Und wir wussten: Auf Dieter können wir uns voll und ganz verlassen.
Dieter, der bereits in der PDS aktiv war, wurde 2006 Mitglied der Sozialistischen Linken, direkt nach ihrer Gründung und noch vor Entstehung der Partei DIE LINKE. Sein Ansinnen war es, sich in der turbulenten Phase linker Neukonstituierung in einer gewerkschaftlich orientierten Strömung zu betätigen, die Verantwortung für den Zusammenhalt der Partei übernimmt und sich der Analyse und Veränderung der Verhältnisse auf grundsätzliche Weise widmet, ohne dabei den Bezug zur Realität zu verlieren.

Er nahm an den Sitzungen der Strömung in Köln und auf Landesebene regelmäßig teil, mischte sich in ihre Debatten ein und war bereit, in Absprache mit ihr Positionen zu vertreten und für Ämter zu kandidieren. Eitel war er dabei nie. Wenn es sein sollte, ließ er bei Kandidaturen anderen den Vortritt: aus seiner, aus anderer oder ohne Strömung. Denn Pluralismus in einer linken Partei war ihm ein wichtiges Anliegen.

Dieter war ein Leben lang unentbehrlicher Kämpfer für die Belange der Lohnabhängigen. Seinen letzten Kampf hat er leider verloren. Wir trauern mit seiner Familie und seinen Freunden und werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren.

Sozialistische Linke Köln, 20.07.2015

 

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